Ahmed el-Shara Besuch in Deutschland und Proteste dagegen
Der neue syrische Präsident Ahmed el-Shara (ehemals Abu Mohammed al-Jolani) besucht am 19. Januar 2026 Deutschland – auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Bundesregierung möchte die Beziehungen zur neuen Führung in Damaskus vertiefen und einen Neustart wagen. Doch kurdische Organisationen, Menschenrechtsgruppen und Oppositionelle protestieren massiv. Sie werfen el-Shara seine dschihadistische Vergangenheit bei der HTS, Gewalt gegen Minderheiten und aktuelle Vorfälle in Aleppo vor und fordern die sofortige Absage des Besuchs.
Details des Besuchs
Ahmed el-Shara übernahm nach dem Sturz Baschar al-Assads im Dezember 2024 die Macht in Syrien. Es ist sein erster offizieller Deutschland-Besuch. Bundeskanzler Friedrich Merz lud ihn persönlich ein. Die Hauptthemen sind: finanzielle Hilfe für den Wiederaufbau Syriens, wirtschaftliche Kooperation sowie Rückführung und Abschiebung syrischer Geflüchteter. Die Bundesregierung betont, sie wolle die Beziehungen „vertiefen und neu starten“. Der Besuch findet am Montag, 19. Januar 2026, in Berlin statt.
Proteste und Kritik
Massive Proteste begleiten den geplanten Besuch. Die Kurdische Gemeinde Deutschland erstattete bereits im November 2025 Strafanzeige gegen el-Shara wegen Völkermord und Kriegsverbrechen und fordert „Haftbefehl statt Einladung“. Der Kurdische Frauenverband YJK-E nannte den Besuch eine „Beleidigung für Kurden, Alawiten und Drusen“. Eine Großdemonstration ist für den 19. Januar 2026 um 16:00 Uhr in Berlin geplant. Auch AfD-Politiker Markus Frohnmaier kritisierte Merz scharf und nannte dessen Haltung „völlig unglaubwürdig“.
Hintergrund und Kontext
Ahmed el-Shara führte lange Jahre die dschihadistische Gruppe HTS, die aus al-Qaida-Wurzeln entstand. Deutschland bewegt sich derzeit Richtung Normalisierung der Beziehungen zur neuen syrischen Regierung. Gleichzeitig bestehen große Sorgen wegen des Schutzes religiöser und ethnischer Minderheiten, aktueller Gewalt in Aleppo sowie der Menschenrechtslage insgesamt. Die EU hat kürzlich Wiederaufbaumittel in Höhe von 620 Millionen Euro für 2026–2027 zugesagt. Parallel wird die Überprüfung des Flüchtlingsstatus und beschleunigte Rückführungen intensiv diskutiert.
Mögliche Auswirkungen
Der Besuch könnte einen wichtigen Schritt zur Normalisierung der deutsch-syrischen Beziehungen und Fortschritte bei Wiederaufbau und Flüchtlingspolitik darstellen. Gleichzeitig drohen jedoch erhebliche innenpolitische Spannungen: starke Proteste kurdischer und oppositioneller Gruppen, scharfe Kritik aus der AfD sowie eine hitzige öffentliche Debatte über Menschenrechte und Abschiebepolitik. Deutsche Medien (Bild, Welt u. a.) berichten intensiv. Die Entwicklung wird hinsichtlich Stabilität in Syrien, Minderheitenschutz und deutscher Migrationspolitik sehr genau beobachtet.
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